15. Oktober 2026

Biketour am ersten Tag – Vom Berninapass nach Cinuos‑chel

Der Spätsommer zeigt sich in den Bündner Alpen noch einmal von seiner schönsten Seite. Die Luft ist klar, die Sonne steht warm über den Gipfeln – und genau so beginnt der erste Tag unserer Biketour. Startpunkt: der legendäre Berninapass. Auf 2’328 Metern Höhe wartet die frische Bergluft darauf, tief eingeatmet zu werden, und das leise Knirschen des Schotters unter den Reifen kündigt an, dass ein perfekter Bike‑Tag vor uns liegt.

Start am Berninapass – Wo die Berge Geschichten erzählen

Bereits der erste Blick schweift über eine Bilderbuchlandschaft: Gletscherzungen funkeln in der Sonne, der Piz Bernina ragt majestätisch über dem Hochtal, und das Berninamassiv strahlt jene rauhe Schönheit aus, die man nur in hochalpinen Regionen findet. Das Wetter hätte nicht besser sein können – 17 Grad, trocken, sonnig und eine leichte Brise … genau richtig, um ins Rollen zu kommen.

Der Weg führt zunächst über gut ausgebaute Trails, begleitet vom Rauschen kleiner Gebirgsbäche. Das Panorama wechselt im Minutentakt: von kargen Felsformationen über goldglänzende Lärchen bis hin zu weiten Blicken über das Engadin. Jeder Kilometer ist ein Fotomotiv.

Abfahrt ins Engadin – Flow unter Lärchen

Je weiter wir Richtung Tal fahren, desto weicher werden die Farben. Die ersten Lärchen beginnen bereits, sich golden zu färben – ein zartes Versprechen des nahenden Herbstes. Der Trail schlängelt sich angenehm flowig bergab, nie zu technisch, aber aufregend genug, um das typische Bike‑Grinsen ins Gesicht zu zaubern.

Zwischendurch halten wir an, lauschen, atmen durch. Es ist einer jener seltenen Momente, in denen man spürt, wie gut es tut, einfach draussen zu sein. Keine Eile, kein Druck – nur der Trail, das Bike und die Berge.

Durch typische Engadiner Dörfer – Stein, Holz und Sonne

Kurz vor dem Talboden tauchen die ersten Engadiner Häuser auf. Dicke Steinmauern, Sgraffiti‑Verzierungen, schwere Holztüren – das Engadin trägt seinen Charme mit Selbstverständlichkeit. Auf dem Weg nach Cinuos‑chel passieren wir kleine Weiler, Bauernhöfe und stille Strässchen, die aussehen, als hätten sie die letzten hundert Jahre nahezu unverändert überstanden.

Der letzte Abschnitt nach Cinuos‑chel führt am Inn entlang – ruhig, breit und entspannt. Ein idealer Cool‑down nach der alpinen Kulisse des Bernina.

Ankommen am Camping Chapella – Abendstimmung pur

Der Tag endet auf dem Camping Chapella, einem Ort, der sofort dieses besondere Gefühl weckt: hier kann man ankommen. Die Zelte zwischen alten Bäumen, der Inn plätschert in Hörweite vorbei, und die Abendsonne taucht den ganzen Platz in ein warmes Gold.

Während wir die Bikes anlehnen und die ersten Dehnübungen machen, breitet sich eine tiefe Zufriedenheit aus. Der Duft von frisch gekochtem Kaffee und die knisternde Campingatmosphäre machen den Moment perfekt. Der erste Tag hätte nicht schöner sein können.

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